Vegetarismus

Vegetarisch oder nicht ist ein ewiges elendiges Streitthema. Und genau deswegen mach ich bei dieser Diskussion ab jetzt auch mit. Weil ich meine unbedeutende Meinung über das Thema Vegetarismus in dem freien Internet auch veröffentlichen kann.

Dazu erst einmal ein paar grundsätzliche Fakten zu mir:

Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, dass Tiere für meinen Konsum getötet werden. Mein Großonkel ist Bauer und damit ist Fleisch in meiner Familie sehr tief verankert. Sonst mag ich auf jeden Fall Tiere, bin mit einem Hund aufgewachsen und habe mit ihm Laufen gelernt. (Jetzt hört es aber so langsam auch auf, will nicht meine Person veröffentlichen….)

Und jetzt zu meiner Position zum Vegetarismus:

Ich kann Vegetarismus und Vegan vollkommen verstehen und respektiere und bewundere Menschen, die es schaffen das durchzuziehen, vor allem, weil ich mir selbst nicht sicher bin, ob ich dazu fähig bin. Ich selbst bin familienbedingt eine Art “Teilzeitvegetarier”. Ich versuche möglichst wenig Fleisch zu essen und vor allem kein verarbeitetes Fleisch (Wurst oder Ähnliches), muss aber am Esstisch immer normal mitessen und bin so gewissermaßen gezwungen Fleisch zu essen (und ich bin leider auch viel zu faul mir wirklich genug Gedanken über meine Ernährung zu machen – zumindest bis jetzt). Ich schaffe es bei meiner Familie durchzusetzen, dass wir weniger Fleische essen, und wenn, dann aber bitte qualitativ hochwertiges……

Ich bin nämlich nicht damit einverstanden wie Tiere für unseren Konsum misshandelt werden. Und nur um das klarzustellen: Essen ist purer Konsum und nichts anderes. Ich Konsumiere Nahrungsmittel, es sind Konsumgüter. Tiere werden in den Ställen nicht gehalten sondern es wird nur Fleisch produziert und nichts anderes. Es ist missachtend und scheint fast einem Wunder, dass gefühlt die ganze Welt wegschaut. Ich selbst bin durch folgendes Video aufmerksam auf die Problematik geworden und war Sprachlos:

Das Y-Kollektiv ist übrigens einer der besten Channels auf Youtube, die ich kenne.

Jeder kann etwas beitragen. Es ist wie bei allen anderen großen Problemen der heutigen Zeit auch: wenn bitte jeder etwas tut, dann ist das Problem schon so gut wie gelöst. Aber es darf eben niemand nichts machen, sonst geht die Rechnung nicht auf.

Ich selbst kann jeden verstehen, der nicht vegetarisch leben will, es ist eine schwere Entscheidung, aber ich versuche es auch gerade auf einer Art Mittelweg:

Wenn ich irgendwo anders etwas essen gehe, dann bestelle ich vegetarisch. Ich weiß nämlich nicht woher das Fleisch kommt und muss davon ausgehen, dass das Restaurant (oder die Bäckerei oder ……), um wirtschaftlich zu sein, das billigste essbare Fleisch kauft – und das kommt garantiert aus Massentierhaltung, die ich nicht unterstützen will. Deswegen verzichte ich darauf.

Wenn man das durchzieht fällt einem erst auf, wie tief der Fleischkonsum in unserer modernen Gesellschaft verankert ist. Überall gibt es Fleisch und eigentlich echt wenig vegetarisches. Und eigentlich gibt es in den meisten Kantinen auch jeden Tag mindestens einmal Fleisch. Das ist absurd….

Außerdem ist Fleisch trophisch ineffizient.

Das bedeutet, dass Fleisch zur Herstellung relativ viel an Ressourcen verbraucht, im Vergleich dazu, was es für Nährstoffe produziert. Damit irgendwann 9 bis 15 Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben können, muss der Mensch vegetarisch leben, ansonsten reichen die Ressourcen einfach nicht aus.

Täglich Fleisch essen ist meines Wissens nach ungesund.

Ich muss jetzt glaube ich nicht unbedingt über die ganzen Studien diskutieren, die für oder gegen Fleisch sprechen. Was eigentlich viel besorgniserregender ist, ist, dass das Fleisch (bzw. die Tiere) in der Massentierhaltung mit Antibiotika vollgepumpt werden, damit in diesem Infektionsherd keine Krankheit ausbricht. Einmal sind diese Antibiotika in diesem Maße bestimmt auch auf jeden Fall nicht gesundheitsfördernd für den Menschen, es entsteht jedoch ein noch viel größeres Problem:

Wir züchten uns einen multiresistenten Keim heran.

Auch wenn es immer wieder weitere Entwicklungen im Bezug auf die Medizin gibt, ist das immernoch ein riesiges Problem. Bakterien können Informationen ihrer Gene (und damit auch sozusagen ihr “Immunsystem”) mit anderen Bakterien teilen und Informationen austauschen. Wir spielen einmal das Szenario durch: Man ist krank (oder auch nicht wenn man einfach nur Fleisch konsumiert) und nimmt Antibiotika ein. Diese Antibiotika töten fast alle Krankheitserreger ab und aber auch fast alle Darmbakterien. Die überlebenden Kranheitserreger werden vom Immunsystem erledigt, die Darmbakterien erholen sich und alles ist wieder gut. Die Darmbakterien, die überlebt haben können den neuen ihre Informationen zum überleben weitergeben, damit die Bakterien beim nächsten Einsatz des gleichen Antibiotikums nicht wieder sterben. Die paar Krankheitserreger, die durch denselben Prozess auch das “Gen” der Darmbakterien erhalten werden vom Immunsystem beseitigt und alles ist immernoch gut. Falls irgendwann das Antibiotikum nicht mehr anschlägt, weil die Bakterien im Körper alle eine Immunität aufgebaut haben, kann man das neue Antibiotikum verwenden, der Prozess beginnt von vorne und alles läuft wie geplant.

Jetzt nehmen wir aber durch das Fleisch zusätzlich Antibiotika ein, obwohl wir diese garnicht benötigen. Einmal schadet es unseren eigenen Bakterien, diese entwickeln aber nach kurzer Zeit auch eine Resistenz – bis jetzt ist alles noch gut. Wenn wir jetzt aber krank werden, dann wird dieses Immunisierte Antibiotikum wahrscheinlich nicht anschlagen, da die resistenten Bakterien die Information auch mit den Krankheitserreger ausgetauscht haben. Man muss zu einem “Notfall”-Antibiotikum reifen, was heutzutage viel zu oft passiert.

Wenn das nun zu oft passiert, gehen der Medizin mit der Zeit einfach die Antibiotika aus.

Jetzt noch ein paar Gründe für Fleischkonsum:

Es enthält ein paar Nährstoffe, die der Körper sonst nur schwer bekommt. Es ist “einfacher”, da Restaurants es durchgehend anbieten und auch weil man nicht auf seinen Nährstoffhaushalt achten muss und es ist immernoch gemessen pro Masse ein sehr guter Nährstoffträger.

Trotzdem appelliere ich an jeden Iss weniger Fleisch! Es ist einfach freundlicher dir und der Welt gegenüber.

Ich weiß, dass nicht jeder direkt zum Vegetarismus überspringen will oder kann und ich respektiere das vollkommen. Ich will und kann niemanden dazu zwingen, ich bin selbst nicht unbedingt viel besser – aber ich will etwas verändern. Und ich weiß, dass es geht. Und deswegen appelliere ich an jeden und rufe ihn zumindest darauf auf – ja auch dich – Achte darauf was du isst und was du damit anstellst! Es geht hier nicht nur um dich sondern auch um die Tiere und eigentlich am Ende um die ganze Welt. 

Vor allem wir Menschen, als Wesen mit moralischem Kompass sollten wissen, dass das was wir machen nicht richtig ist.

Zum Abschluss noch ein Lied von einem waschechten Veganer über das Vegan-sein:

Florian Wagner – Veganer

Lukas Schulz

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