Kapitalismus kann auch funktionieren

Ich war in letzter Zeit immer wieder auf der Fridays for Future Demo. Abgesehen davon, dass mich dieses Thema unglaublich wichtig finde und auch meine, dass es an erster Stelle priorisiert werden muss, hatte es mich doch erstaunt, wie oft der Kapitalismus als Feind der Umwelt dargestellt wurde.

Ich mag es eigentlich nicht so viel über Politik zu reden, ich habe gerade aber Lust dazu und es ist mein Blog, deswegen äußere ich hier einmal meine Meinung. Und ja, es ist eine Meinung, ich verlange von niemandem, dass er/sie mir zustimmt, ich will eher zum Denken und zu einer Diskussion anregen.

Ich meine, die Idee hinter Kapitalismus ist nicht direkt verwerflich: jemand der mehr Arbeitet muss auch dafür belohnt werden. Es muss eine Belohnung für mehr Aufwand geben. Denn wäre dem nicht der Fall, dann würde die Motivation etwas neu zu machen, etwas anders zu machen, etwas zu entwickeln – Forschung zu betreiben um besser zu sein als andere, weg. Weil unabhängig von Aufwand bekommt ja jeder das Gleiche.

Trotzdem bin ich nicht einverstanden damit, wie Kapitalismus heute funktioniert und ausgelebt wird: Durch fehlende Einschränkungen vom Staat wird umweltschädlich gehandelt, denn natürlich steht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Aber dieser Antrieb ist eigentlich unglaublich positiv, man muss ihn nur richtig auslegen.

Als Beispiel möchte ich folgendes anbringen: Ampeln. – Damit eine Ampel Licht ausstrahlt benötigt sie unabhängig vom Strom ein Leuchtelement. Diese Lampe wird vom Staat gekauft und eingebaut, sobald eine kaputt geht wird eine neue eingesetzt. Hier steht für den Betrieb der den Staat mit Lampen versorgt natürlich im Vordergrund, die Lampen genau gerade so gut zu machen, dass sie die Mindestlaufzeit funktionieren, dann aber möglichst schnell kaputt gehen – geplante Obszoleszenz. Und das ist natürlich ein unglaubliches Verbrechen an der Umwelt.

Was nun aber, wenn wir statt den Lampen das Licht kaufen? Richtig, wir kaufen einfach die Dienstleistung Licht anstatt dem Güter Lampe. Dann liegt es nun am Konzern, die Lampen so zu bauen, dass der Betrieb möglichst günstig ist. Und da Wartung und Herstellung teuer ist, ist es nun auf lange Zeit gesehen günstiger qualitativ höhere Lampen einzubauen, die möglichst lange problemlos funktionieren.

Wenn jetzt zudem der Staat sich noch einsetzt und allgemein Bedingungen stellt, die die Umeelt fördern, dann kann Kapitalismus ganz viel tolles bewirken: Sofern eine Konkurrenz sichergestellt wird, wird ein Unternehmen weiterhin versuchen müssen Forschung zu betreiben und die Herstellungsprozesse zu optimieren, sodass es dem Empfönger eine weiterhin beste Dienstleistung anbieten kann. Es liegt in der Verantwortung und der Pflicht des Staatest (eigentlich auch schon heute, aber da wurde teilweise einiges versöumt) die Konkurrenz und die Konkurrenzfähigkeit von Unternehmen in einem Land sicherzustellen.

Natürlich lässt sich dieses Prinzip nicht auf alle Anliegen projizieren, doch einige würden sich damit besser gestalten lassen.

Und so kann Kapitalismus funktionieren – und es hilft sogar der Umwelt….

Lukas Schulz

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